Englands Premier David Cameron selbst zeichnet natürlich ein anderes Bild und hat in London versucht für Stimmung zu sorgen, indem er zu Jahresbeginn ein Superfeuerwerk und die Olympiaparade stattfinden ließ. In seiner Neujahrsansprache an das Volk sprach er vom Stolz des Landes und der besonderen Aufgabe, die Olympischen Spiele 2012 zu etwas Besonderem werden zu lassen. Selbst in diesen schweren Zeiten der Finanzkrise sollten die Vorbereitungen optimal laufen und die Spiele Maßstäbe setzen.
Im Juni steht in England das Thronjubiläum der Queen an (Dauer 4 Tage!) und das kostet natürlich auch, aber soviel Repräsentation muss ein, auch, oder speziell, für die Briten. Cameron ist zwar der Repräsentant der Briten aber er repräsentiert nicht die Meinung des Volkes. Die letzten Arbeiten in Ostlondon sind fast abgeschlossen aber die Kosten explodieren. In der Bewerbung von 2005 wurde über 2,4 Milliarden Pfund gesprochen, mittlerweile sind die Kosten aber bei 9,3 Milliarden. Das gibt zu denken. Nicht nur dem britischen Volk. Merkwürdig ist, dass die Verantwortlichen und Experten das meistens nicht realistisch einschätzen.
Sebastian Coe, ehemals Goldmedaillen-Mittelstreckler, nun Olympiachef, ist sich jedoch sicher, dass sich die Einstellung der Bevölkerung noch ändern wird, wenn erst einmal das Olympische Feuer die Leidenschaft der Briten bei seiner Reise ins Olympiastadion in London entzünden wird.
Ganz andere Probleme plagen zudem Londons Oberbürgermeister Boris Johnson, da dieser nicht weiß ob er noch als Amtsträger fungieren wird. Wobei man fairer Weise anmerken muss, dass sein Herausforderer, Ken Livingstone, die Spiele überhaupt erst nach London geholt hat. Der amtierende OB hat sich auch große Schuhe angezogen indem er von den größten Spielen aller Zeiten in der besten Stadt der Welt sprach. Das verpflichtet und deshalb wurden allein für die Eröffnungsfeier 40 Millionen Pfund mehr ausgegeben.
Es soll eine dreistündige „Werbeveranstaltung“ für London und Großbritannien werden, dazu wurden die Filmregisseure Danny Boyle (Slumdog Millionaire) und Stephen Daldry (Billy Elliot) verpflichtet. Unbestätigten Berichten zufolge soll außerdem Paul McCartney auftreten.
Lassen wir uns überraschen ob London den Anforderungen der Superlative gerecht wird oder ob man „viel Lärm um Nichts“ erleben wird. Wobei das sicherlich eine ganz persönliche Ansicht sein wird...
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